Sexuelle Gewalt, HIV und Menschenrechte

Botschafter Jakobs mit Teilnehmerinnen des Seminars Bild vergrößern Botschafter Jakobs mit Teilnehmerinnen des Seminars (© Botschaft Malabo) Botschaft Malabo finanziert Aktionswochen

Eine von zwölf Frauen in Äquatorialguinea ist HIV-positiv, nahezu ebenso viele Frauen geben an, innerhalb des letzten Jahres Opfer sexueller Gewalt durch ihren Partner geworden zu sein. Um diese zwei Tabuthemen sowie die Menschenrechte HIV-positiver Frauen drehten sich Seminare der Organisation "Igualdad y Derechos Humanos de la Mujer en Africa, IDHMA" vom 28. November bis 7. Dezember in Bata und Malabo.

Die HIV-Infektionsrate in Äquatorialguinea ist mit mehr als sechs Prozent die höchste in der Region, Frauen sind mit mehr als acht Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer (3,7 %). Oft wissen die betroffenen Frauen nicht, welche Rechte sie haben und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt oder wagen nicht, sie in Anspruch zu nehmen. Um die Kenntnisse über die Menschenrechte und ihre Anwendung auf die spezifische Situation von Frauen mit HIV zu fördern, waren Organisationen der Zivilgesellschaft und betroffene Frauen zu einem dreitägigen Seminar eingeladen. Anastasia Nzang Nze Ada, Präsidentin von IDHMA Bild vergrößern Anastasia Nzang Nze Ada, Präsidentin von IDHMA (© Botschaft Malabo)

„Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben und eventuell als Folge davon sich mit HIV infiziert haben, sind bereits in zweifacher Hinsicht Opfer. Sie brauchen und verdienen jede Unterstützung, die wir ihnen geben können“ sagte die erste Sekretärin Katja Nolte bei der Eröffnung des Seminars am Montag. Die Beraterin im Präsidialamt verantwortlich für die Gleichstellung der Geschlechter, Antonina Mikue Miko sagte, „die Menschenrechte sind universal und gelten für alle gleich. Sie für die Bevölkerung von Äquatorialguinea umzusetzen, besonders für die Benachteiligten und diejenigen, die gleich in mehrfacher Hinsicht zu Opfern geworden sind, ist unser höchstes Ziel.“

Zum Hintergrund: Zwischen dem 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, Tag der Menschenrechte, findet jedes Jahr die Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" statt. In diesem Rahmen hat Deutschland dieses Jahr zwei Seminare der Organisation "Igualdad y Derechos Humanos de la Mujer en Africa, IDHMA" gefördert, in Bata (Festland) und Malabo.

Was es bedeutet Opfer zu werden, erfuhr Botschafter Elmar Jakobs im persönlichen Gespräch mit Teilnehmerinnen nach Abschluss des Seminars durch die Schilderung bewegender Einzelschicksale.